Translation by Oskar Ludwig Bernhard Wolff (1799 - 1851)

Das verlassene Mädchen
Language: German (Deutsch)  after the Unknown Language 
Durch den Wald mag ich nicht wandeln 
Meiner schwarzen Augen wegen; 
Ungarn könnten mich erblicken,
Die uns gern zu rauben pflegen. 

O, wie ist der Wald voll Bäume! 
Wald, so weit man nur kann spähen! 
Wär' er mein, ich ließ ihn hauen,
Um d'rin Majoran zu säen.

Majoran für arme Wittwen,
Nelken für die Unvermählten,
Veilchen für die jungen Dirnen,
Die den Liebsten schon sich wählten.

Traurig ist ein Wald, ein großer, 
D'rin kein einz'ger Ahorn stehet; 
Trauriger noch ist ein Mädchen,
Das da ohne Freier gehet.

Einstmals hatt' ich einen Liebsten,
Wie ihn Keine noch bekommen;
Aber eine böse Seele
Hat ihn, ach! mir weggenommen.

Einstmals hatt' ich einen Freier,
Schön und weiß und mir gewogen; 
Aber, ach! zu fremdem Acker
Ist der Vogel fort geflogen.

Wüßt' ich, wo ich würde wohnen, 
Würd' ich gleich die Schritte lenken,
Um in Eile abzuwischen,
Staub und Schmutz von meinen Bänken.

Mit dem Strohwisch würd' ich wischen,
Weil kein Stäubchen d'rauf ich leide,
Und wie gerne würd' ich wischen 
Mit dem Tüchlein auch von Seide.

Confirmed with Halle der Völker: Sammlung vorzüglicher Volkslieder der bekanntesten Nationen, größtentheils zum ersten Male, metrisch in das Deutsche übertragen von O. L. B. Wolff, Volume 2, Frankfurt am Main, Druck und Verlag von Johann David Sauerländer, 1837, pages 118-119.


Authorship

Based on

Musical settings (art songs, Lieder, mélodies, (etc.), choral pieces, and other vocal works set to this text), listed by composer (not necessarily exhaustive)

  • by Paul Umlauft (1853 - 1934), "Das verlassene Mädchen", op. 26 (Fünf Lieder für 1 hohe Singstimme mit Pianoforte) no. 4, published 1886 [high voice and piano], Leipzig, Rieter-Biedermann [
     text not verified 
    ]

Researcher for this text: Emily Ezust [Administrator]