by (Karl) Theodor Körner (1791 - 1813)

Lützows wilde Jagd
Language: German (Deutsch) 
Was glänzt dort vom Walde im Sonnenschein,
Hör's näher und näher brausen;
Es zieht sich herunter in düsteren Rei'n
Und gellende Hörner, sie schmettern drein,
Und erfüllen die Seele mit Graußen.
Und wenn ihr die schwarzen Gesellen fragt:
Es ist Lützows wilde verwegne Jagd.

Was streift dort rasch durch den finstern Wald,
Was jaget von Bergen zu Bergen.
Es legt sich im nächtlichen Hinterhalt,
Das Hurrah jauchzet. Die Büchse knallt.
Es stürzen die fränkischen Schergen.
Und wenn ihr die schwarzen Jäger fragt:
Es ist Lützows wilde verwegne Jagd.

Wo die Reben dort glühen, dort braußt der Rhein,
Der [.......]1 geborgen sich meinte.
Was naht aber dort im Gewitterschein,
Und stürzt sich mit kräftigem Arm hinein,
Und springet ans Ufer der Feinde?
Und wenn ihr die schwarzen Schwimmer fragt:
Es ist Lützows wilde verwegne Jagd.

Was tobt dort im Thale die laute Schlacht,
Was schlagen die Schwerter zusammen!
Die schwarzen Kämpen schlagen die Schlacht,
Und der Funke der Freiheit ist glühend erwacht,
Und lodert in blutigen Flammen.
Und wenn ihr die schwarzen Kämpen fragt:
Es ist Lützows wilde verwegne Jagd.

Wer scheidet dort röchelnd vom Sonnenlicht,
Unter tausend Feinde gebettet.
Es zuckt der Tod auf dem Angesicht,
Doch die muthigen Herzen erzittern nicht,
Das Vaterland ist ja gerettet!
Und wenn Ihr die schwarzen Gefallenen fragt
Es ist Lützows wilde verwegne Jagd!

Die wilde Jagd, und die deutsche Jagd
Auf [.......blut]2 und Tyrannen.
Drum die Ihr uns liebt, nicht geweint und geklagt!
Das Land ist ja frei und der Morgen tagt,
Wenn wir's auch erst sterbend gewannen!
Und von Enkeln zu Enkeln sey's nachgesagt:
Das war Lützows wilde verwegne Jagd.

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Confirmed with Zwölf freie deutsche Gedichte von Theodor Körner Nebst einem Anhang. 1813, pages 31-33.

This is the first edition (Leipzig, im November 1813), and differs in some ways from the version published 1814 in "Leyer und Schwerdt", edited by the poet's father.

1 The editor of the 1813 edition was not able to decipher this word in Körner's manuscript, it is "Wüthrich".
2 Similarly, the editor could not decipher "Henkersblut".

Authorship

Musical settings (art songs, Lieder, mélodies, (etc.), choral pieces, and other vocal works set to this text), listed by composer (not necessarily exhaustive)

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Set in a modified version by Franz Peter Schubert, Carl Maria von Weber.


Researcher for this text: Peter Rastl [Guest Editor]