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Bei Übersendung eines Paars...

Language: German (Deutsch)

Horchend lauscht' ich manche Nacht,
Ob sich Anne1 nicht mehr rühre?
Hurtig war ich auf, und sacht
Trippelt' ich zur Kammerthüre,
Saß bei meines Lämpchens Schein
Ganze Nächte, ganz allein.
Nicht für einer Fürstin Pracht
Hätt' ich sonst, im öden Zimmer
Ganz allein, nur Eine Nacht
Selbst bei tausend Kerzen Schimmer
Gegen Schrecken mich gewehrt:
Was die Liebe doch nicht lehrt!
Schnarchend lag Spadille2 da
Lang und breit auf meinem Schooße,
Und ermuntert' er sich ja,
Ha! was macht' er dann für große
Wunderaugen, daß ich Ding
Gar nicht mehr zu Bette ging.
Diese Netze strickt' ich dann,
Und bei jedem Knoten flogen
Hundert Seufzer zu dem Mann',
Der mich selbst ins Netz gezogen;
Was? gezogen? nein doch, nein!
Lief ich denn nicht selbst hinein?
Ist es nicht so gut darin?
Zehnmal besser als im Freien?
Kannst du Glück! so wie ich bin,
Einen Wunsch mir noch verleihen?
Aber stößt er mich hinaus --
Dann ist alles, alles aus!


View original text (without footnotes)
1 Ihr Mädchen.
2 Ihr Hund.

Submitted by Ferdinando Albeggiani

Authorship


Musical settings (art songs, Lieder, mélodies, (etc.), choral pieces, and other vocal works set to this text), listed by composer (not necessarily exhaustive)


Text added to the website: 2008-06-11.
Last modified: 2014-06-16 10:02:02
Line count: 30
Word count: 158

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     - Emily Ezust

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