Lebensblumen
Language: German (Deutsch) 
Ach, lieber Gott, wie krank und matt 
Sehnt sich nach letzter Lagerstatt 
Ein Herz, das viel gelitten hat! 

Und doch blüht viele Blümlein bunt, 
Und spricht ihr freudenreicher Mund: 
"Sey wieder froh und werd' gesund!" 

Ich kann ja nicht, ihr Blümelein, 
Ich kann nicht wieder lustig seyn, 
Auch engt viel Schmerz mich zwängend ein. 

Ich weiß ja kaum, wohin ich soll, 
Rings dreht sich's um mich wirr und toll, 
Von Sehnsucht beb' ich liebevoll.

"Mein Freund, das wird bald anders seyn, 
Wir blüh'n an deinem Grabestein, 
Und funkeln hell und duften fein." 

Ach Blümchen ja, das wollt doch thun! 
Mich dünkt, je mehr ich ringe nun, 
Je lieblicher einst werd ich ruh'n. 

"Das kannst du glauben, lieber Freund, 
Ein Auge, das recht viel hier weint, 
Besiegt schon hier den ew'gen Feind. 

"Und wenn uns hier wer pflücken will, 
Da halten wir ihm doch nicht still; 
Er faßt nur Staub und alt Gerüll. 

"Mein Freund, hier sind wir Schatten nur! 
Dort oben auf der sel'gen Flur 
Blüh'n wir in steter Lichtnatur."

H. Nägeli sets stanzas 1-3, 5-9

Confirmed with Friedrich Heinrich Karl, Freiherr de La Motte-Fouqué , Gedichte, neueste Auflage, zweyter Theil. Gedicht aus dem Mannesalter, Wien: B. Ph. Bauer, 1818, pages 71-72.


Authorship

Musical settings (art songs, Lieder, mélodies, (etc.), choral pieces, and other vocal works set to this text), listed by composer (not necessarily exhaustive)


Researcher for this text: Melanie Trumbull