by Albert Steffen (1884 - 1963)
Schwer ist's, das Schöne zu lassen
Language: German (Deutsch)
Schwer ist's, das Schöne zu lassen, das in Bewegung aufsteigt, und Gesichtern und Bäumen und Blumen, die sich herbiegen aus goldener Vorzeit, auch Tönen, in denen noch Sterne erstrahlen und Worten, Götter getragen, und Engeln, die uns umarmen, geschwisterlichen Kusses Süße der Seele schenkend. Aber andere Wesen weilen in dorrendem Walde, es tropft nicht die Frucht, sie zu tränken. Und des Todes Trommelwirbel über das Feld hin sammelt Gespenster bei der Verwesung. Und ich bei den Toten, mit den Bildern des Lebens, habe die Macht, die Hölle zu übergeben sich selber. Und weiß nicht die Schmerzen zu scheuchen und muß sie tragen bis ans Ende der Welt. Denn der Schweiß rinnt immer von der Stirne der Sterbenden, und meine Seele ist unwert mehr als ein Laken zu sein, ihn wegzuwischen.
Text Authorship:
- by Albert Steffen (1884 - 1963) [author's text not yet checked against a primary source]
Musical settings (art songs, Lieder, mélodies, (etc.), choral pieces, and other vocal works set to this text), listed by composer (not necessarily exhaustive):
- by Viktor Ullmann (1898 - 1944), "Schwer ist's, das Schöne zu lassen", op. 8 no. 2 [sung text checked 1 time]
Researcher for this text: Emily Ezust [Administrator]
This text was added to the website: 2019-11-27
Line count: 21
Word count: 130