by Heinrich Heine (1797 - 1856)

Im Wald, in der Köhlerhütte, sitzt
Language: German (Deutsch) 
Im Wald, in der Köhlerhütte, sitzt 
Trübsinnig allein der König; 
Er sitzt an der Wiege des Köhlerkinds 
Und wiegt und singt eintönig: 

Eiapopeia, was raschelt im Stroh? 
Es blöken im Stalle die Schafe --
Du trägst das Zeichen an der Stirn 
Und lächelst so furchtbar im Schlafe. 

Eiapopeia, das Kätzchen ist tot 
Du trägst auf der Stirne das Zeichen --
Du wirst ein Mann und schwingst das Beil, 
Schon zittern im Walde die Eichen. 

Der alte Köhlerglaube verschwand,
Es glauben die Königskinder 
Eiapopeia -- nicht mehr an Gott --
Und an den König noch minder. 

Das Kätzchen ist tot, die Mäuschen sind froh - 
Wir müssen zuschanden werden - 
Eiapopeia -- im Himmel der Gott 
Und ich, der König auf Erden.

Mein Mut erlischt, mein Herz ist krank, 
Und täglich wird es kränker - 
Eiapopeia - du Köhlerkind, 
Ich weiß es, du bist mein Henker. 

Mein Todesgesang ist dein Wiegenlied --
Eiapopeia -- die greisen 
Haarlocken schneidest du ab zuvor --
Im Nacken klirrt mir das Eisen. 

Eiapopeia, was raschelt im Stroh? 
Du hast das Reich erworben, 
Und schlägst mir das Haupt vom Rumpf herab -- 
Das Kätzchen ist gestorben. 

Eiapopeia, was raschelt im Stroh? 
Es blöken im Stalle die Schafe. 
Das Kätzchen ist tot, die Mäuschen sind froh -- 
Schlafe, mein Henkerchen, schlafe.

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Authorship

Musical settings (art songs, Lieder, mélodies, (etc.), choral pieces, and other vocal works set to this text), listed by composer (not necessarily exhaustive)


Researcher for this text: Emily Ezust [Administrator]