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Was leuchtet vom Antoni‑Kloster dort

Language: German (Deutsch)

Was leuchtet vom Antoni-Kloster dort
Spät durch das Nachtgrau auf den Fluß herab,
Daß wie ein hoffend Sternlein
Es von der Wellenfläche strahlt zurück?--
Das ist die Lampe, die am Hochaltar
Vor'm Bild der Mutter Gottes brennt.
Von allen ihren Bildern weit und breit
Ist wohl das allerschönste dieses Bild:
So fromm und freudig, so voll Würd' und Demuth,
Magdlich und königlich
Schaut von der Kirchwand unsre liebe Frau,
Und schon der Locken Gold wird ihr zur Glorie.--
Was wankt dort für ein Schatten um das Licht,
Bald eifrig, scheint es, hin und her bemüht,
Bald wieder still?--
Das ist der junge fromme Sacristan,--
Albinus, heißt er, mit dem Klosternahmen,--
Der kennt sich keine bessre Freud' und Lust
Auf dieser Welt, als uns'rer lieben Frau'n
Vor diesem Bild zu dienen.
Bald räuchert er vom köstlichen Gedüft,
Wie's nur das Land Arabia senden kann,--
Denn reichen Stamm's ist er, und war vor dem
Ein hoher Rittersmann, bis ihn allhier
Dieß Bildniß abgerufen
Vom Waffendienste zum Maria-Dienst,--
Bald flicht er Blumen, die er selbst erzog,
In blüh'nde Kränz', und hängt sie um das Bild,
Bald wieder ordnet er in Sträuße sie,
Stellt sie in zieren Krüglein vor die Herrinn.
Dann sinkt er staunend
In seine Knie, und starrt zu ihr hinauf,
Und athmet Himmelsluft aus ihrem Lächeln.
Oftmahlen strömet auch ein feyernd Lied
Ihm von den Lippen, denn der heitern Gabe
Des Sanges und der Dichtkunst wohl vertraut,
Bringt er der Herrinn freudig
Zum Opfer dar, was Gott ihm keimen läßt
Im Geistesgarten;-- horch' da hebt er an:
    "Bey stillen Lampenscheinen
    Zu dienen
    Der Einen und der Reinen,
    Zu weinen
    Nach ihren sel'gen Mienen,
    In Hoffen süß erbangend,
    Das ist mein Lebenslauf,
    So zieht mich's, lind umfangend,
    Sacht, sacht zum Himmel auf."
Nun kniet er wieder schweigend im Gebeth.
So geht's die ganze Nacht.--
Und tritt er dann frühmorgens aus dem Thor,
Die Wangen bleich, die holden Augen trübe,
Da spricht ihn wohl ein Klosterbruder an:--
Denn allzumahl sind sie ihm herzlich gut--
"O mein Albine, hast Du wiederum
Die ganze Nacht in Dienst und Fleh'n verlebt?
Du wirst dich uns noch tödten."
Jedoch der Sacristan, -- und Lebenslicht
Schießt neu erquickt aus hellen Augen ihm--
Der Sacristan hebt beyde Händ' empor,
Und kehrt sich nach dem heil'gen Dom zurück,
Und ruft: "Was ist ein Leben,
Wenn nicht ein Sterben in der heiligen Gluth!"


Translation(s): ENG

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Confirmed with Gedichte von Fridr. Baron de la Motte-Fouqué, Dritter Theil, Neueste Auflage, Wien: Bey B. Ph. Bauer, 1819, pages 178-180. Note: part 1 of 9 parts.


Submitted by Sharon Krebs [Guest Editor]

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  • ENG English (Sharon Krebs) , title 1: "To the Holy Virgin", copyright © 2015, (re)printed on this website with kind permission


Text added to the website: 2015-12-08.
Last modified: 2015-12-11 00:32:21
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     - Emily Ezust

To the Holy Virgin

Language: English after the German (Deutsch)

[...]

    "In the quiet lamplight
    To serve
    The One and the Pure One,
    To weep over her blessed features,
    To be sweetly anxious in hoping,
    That is my journey through life,
    Thus I am drawn, gently enfolded,
    Softly, softly up to Heaven."

[...]


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