by Conrad Ferdinand Meyer (1825 - 1898)

Lenzfahrt
Language: German (Deutsch) 
Am Himmel wächst der Sonne Glut,
Aufquillt der See, das Eis zersprang,
Das erste Segel teilt die Flut,
Mir schwillt das Herz wie Segeldrang.

Zu wandern ist das Herz verdammt,
Das seinen Jugendtag versäumt,
Sobald die Lenzessonne flammt,
Sobald die Welle wieder schäumt.

Verscherzte Jugend ist ein Schmerz
Und einer ew'gen Sehnsucht Hort,
Nach seinem Lenze sucht das Herz
In einem fort, in einem fort!

Und ob die Locke mir ergraut
Und bald das Herz wird stille stehn,
Noch muß es, [wann]1 die Welle blaut,
Nach seinem Lenze wandern gehn.

A. Schibler sets stanzas 1-2, 4

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Confirmed with Gedichte von Conrad Ferdinand Meyer, Verlag von H. Haessel, Leipzig, 1882, page 10.

1 Marx: "wenn"

Authorship

Musical settings (art songs, Lieder, mélodies, (etc.), choral pieces, and other vocal works set to this text), listed by composer (not necessarily exhaustive)


Researcher for this text: Caroline Diehl

Text added to the website between May 1995 and September 2003.
Last modified: 2017-02-21 20:22:22
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Word count: 90