Ach, warum weiter, du eilende Welle
Language: German (Deutsch) 
Available translation(s): ENG
Ach, warum weiter, du eilende Welle,
  Führst Du den sehnenden Menschen durch's Leben?
  Nimmer verweilend auf blumiger Stelle,
  Kann er der Freude sich nimmer ergeben!
 
   Weit schon hinter seinen Tritten
      Liegt die schöne goldne Zeit!
      Fern ist seine Seligkeit!
      Welt und ihrer Lust geweiht,
      Hat er tiefen Gram erlitten.
 
   Und aus seinem Blick entschwunden
      Ist der Zukunft goldner Schein.
      Nur Erinn'rung noch allein
      Mag zum Kranz ihm Blumen reihn,
      In der heil'gen Weihe Stunden.
 
Fliehe, du eilende Welle, denn nimmer!
  Mag dich beschwören der Sterblichen Keiner.
  Doch in des Liedes unsterblichem Schimmer
  Wandelst du sanfter, und glänzest du reiner.
 
   Sturmwind saus't mit kaltem Flügel
      Über deinem dunkeln Gang.
      Sieh, du eilst die Wüst' entlang!
      Weit zurück ist Festesklang,
      Blumen welken dort am Hügel.
 
   Aber freundliche Gestalten
      Treten aus der dunkeln Nacht.
      Wunderbarer Schimmer lacht,
      Ausgeströmt von höh'rer Macht,
      Wo die milden Engel walten.
 
Du auf des Lebens verrinnender Welle,
  Singe den Schützenden freundliche Lieder,
  Und es entblühen in zaubrischer Helle
  Blumen der lächelnden Kindheit dir wieder.

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Confirmed with Gedichte von Fridr. Baron de la Motte-Fouqué, Neueste Auflage, Wien: Bey B. Ph. Bauer, 1816, pages 37-38


Authorship

Musical settings (art songs, Lieder, mélodies, (etc.), choral pieces, and other vocal works set to this text), listed by composer (not necessarily exhaustive)

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  • ENG English (Sharon Krebs) , copyright © 2015, (re)printed on this website with kind permission


Researcher for this text: Sharon Krebs [Guest Editor]

Text added to the website: 2010-10-24 00:00:00
Last modified: 2015-10-30 16:26:07
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