Das Götzenopfer
Language: German (Deutsch) 
Available translation(s): ENG
Der Mond wie Blut,
  Die Wolken fahl,--
  Die Stund' ist gut!
  Wir ziehn in's Thal
  Zum Opferherde nieder.
  Das Opfer ächzt,
  Der Blutgott lechzt.
  Hebt an die strengen Lieder!
 
Was dunkel haus't
  Im Wolkenthron,
  Oft in uns graus't
  Mit ernstem Droh'n,
  Wir wissen's nicht zu nennen.
  Dem leben wir,
  Dem fällt das Thier,
  Und Opfergluthen brennen.
 
Das Blut versöhnt,
  Wenn's fleußt dahin!
  So ist's ertönt
  Durch unsern Sinn
  Aus ernsten Wunderträumen.
  Fleuß, Opferblut!
  Erbeb', o Muth,
  Und laß dein stolzes Schäumen.
 
Geheimnißreich
  Am trüben Ort,
  Und schreckenbleich
  Mit harten Wort
  Begehn wir unsre Feste.
  Der Mond allein
  Darf Zeuge seyn -
  Und Eul' und Nachtmohr Gäste.
 
Von Osten zieht
  Herauf das Licht!
  Schließt Euer Lied,
  Verweilet nicht;
  Uns lehrten's alte Sagen!
  Lang' wird vollbracht
  Das Werk in Macht,
  Einst wird, einst wird es tagen.

Confirmed with Gedichte von Fridr. Baron de la Motte-Fouqué, Zweyter Theil, Neueste Auflage, Wien: Bey B. Ph. Bauer, 1818, pages 27-28


Authorship

Musical settings (art songs, Lieder, mélodies, (etc.), choral pieces, and other vocal works set to this text), listed by composer (not necessarily exhaustive)

Available translations, adaptations or excerpts, and transliterations (if applicable):

  • ENG English (Sharon Krebs) , "The idolothyte", copyright © 2016, (re)printed on this website with kind permission


Researcher for this text: Sharon Krebs [Guest Editor]