Du willst ja jetzt so wenig nur
Language: German (Deutsch) 
Available translation(s): ENG
Du willst ja jetzt so wenig nur
  Mein armes, stilles Herz;
  Trugst schweigend über Thal und Flur
  Den innern tiefen Schmerz.
 
Einst hätte wohl des Ruhmes Glanz,
  Von Wolken unverhüllt,
  Ja selbst der Liebe vollster Kranz
  Dein Sehnen nicht gestillt.
 
Da hob sich noch die junge Brust
  Voll Ungenügsamkeit
  In stolzer Ahndung künft'ger Lust
  Und Siegesherrlichkeit.
 
Ach, bald erblich die Zauberpracht
  Der freyen Fantasie!
  Kampf hat das Schicksal mir gebracht,
  Des Sieges Wonnen nie.
 
Doch trug ich meinen bittern Gram
  Still und ergebungsvoll;
  Denn oft, mich Müden tröstend, kam
  Der himmlische Apoll.
 
Auch blühten sonst mir Blümchen auf,
  Schön, aber selten nur,
  Im Sternenstrahl, der meinen Lauf
  Beschien durch freud'ge Flur.
 
Der Strahl ist hin, die Blumen ganz
  Verwelket und zerstreut.
  Wo wänd' ich einen frischen Kranz
  In Öd' und Dunkelheit?
 
Du fliehst, o freundlich Lächeln, hin,
  Du Schimmer, durch die Nacht,
  Der oft dem wildbewegten Sinn
  So Fried' als Muth gebracht.
 
Fahr wohl, fahr wohl! Ich scheide still,
  Und klag' es fromm und rein,
  Ihr, die mich nicht verrathen will,
  Der süßen Mus' allein.

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Confirmed with Gedichte von Fridr. Baron de la Motte-Fouqué, Neueste Auflage, Wien: Bey B. Ph. Bauer, 1816, pages 75-77


Authorship

Musical settings (art songs, Lieder, mélodies, (etc.), choral pieces, and other vocal works set to this text), listed by composer (not necessarily exhaustive)

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  • ENG English (Sharon Krebs) , title unknown, copyright ©, (re)printed on this website with kind permission


Researcher for this text: Sharon Krebs [Guest Editor]