Gemäht sind die Felder, der Stoppelwind...
Language: German (Deutsch) 
Available translation(s): ENG
Gemäht sind die Felder, der Stoppelwind weht,
Hoch droben in Lüften mein Drache nun steht,
Die Rippen von Holze, der Leib von Papier,
Zwei Ohren, ein Schwänzlein sind all seine Zier;
      Und ich denk': so drauf liegen
      Im sonnigen Strahl,
      Ach, wer [doch das]1 könnte
      Nur ein einziges Mal!
 
Da guckt' ich dem Storch in das Sommernest dort:
Guten Morgen, Frau Storchen, geht die Reise bald fort?
Ich blickt' in die Häuser zum Schornstein hinein:
[Papachen, Mamachen]2, wie seid Ihr so klein!
      Tief unter mir säh' ich
      Fluß, Hügel und Thal --
      Ach, wer [doch das]1 könnte
      Nur ein einziges Mal!
 
Und droben, gehoben, auf schwindelnder Bahn,
Da faßt' ich die Wolken, die segelnden an;
Ich ließ' mich besuchen von Schwalben und Krähn,
Und könnte die Lerchen, die singenden sehn,
      Die Englein belauscht' ich
      Im himmlischen Saal --
      Ach, wer [doch das]1 könnte
      Nur ein einziges Mal!

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Confirmed with Gedichte von Victor Blüthgen, Leipzig: Verlag von Edwin Schloemp, 1880, pages 216-217

1 Berger, Schoeck: "das doch"
2 Berger, Schoeck: "O Vater und Mutter"

Authorship

Musical settings (art songs, Lieder, mélodies, (etc.), choral pieces, and other vocal works set to this text), listed by composer (not necessarily exhaustive)

Available translations, adaptations, and transliterations (if applicable):

  • ENG English [singable] (Anonymous/Unidentified Artist) , no title
  • ENG English (Sharon Krebs) , copyright © 2016, (re)printed on this website with kind permission


Research team for this text: Peter Donderwinkel , Sharon Krebs [Guest Editor]

Text added to the website between May 1995 and September 2003.
Last modified: 2016-11-17 09:24:06
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