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Waldmorgen

Language: German (Deutsch)

Es ist so still die Maiennacht,
so still des Waldes Hallen;
im Grunde kühl der Bach nur wacht,
tät still vorüber wallen.
Es nicken die Blumen leis im Traum,
von [goldenen]1 Tagen rauscht's im Baum,
so leise, heimlich sacht.

Horch, eine Amsel in hellem Ton
weckt durch des Waldes Schweigen:
ihr Schläfer, es glüht im Osten schon,
der Wipfel will sich neigen,
empor, o Lerche, den Himmel grüß,
schlag in der Bläue so laut, so süß;
so fliehet die Nacht davon.

Noch einmal klingt's wie Alphornklang,
da, horch, ist Antwort  kommen,
[Amsel]2, hörst du nicht den Sang?
Der Wald hat dich vernommen.
Es ruft der Pirol so hell im Tal,
der Kuckuck ruft mit [einem Mal]3
das ganze Tal entlang.

[Und eine Glocke]4 fern darein
beginnet süß zu [singen]5,
und in die Herzen süß und fein
sich alle Glocken schwingen.
Das ist ein Singen, das ist ein Klang,
das klinget und singet die Welt entlang;
Gott soll gelobet sein!


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Confirmed with Haideröslein. Ein Liederstrauß, Würzburg: Leo Wörl'sche Buch-, Kunst- und Verlagshandlung, 1870. Appears in Naturklänge, pages 9 - 10.

1 Rheinberger: "goldnen"
2 Rheinberger: "O Amsel"
3 Rheinberger: "einemal"
4 Rheinberger: "Der Glocke Ton von"
5 Koellner: "klingen"

Submitted by Bertram Kottmann and Melanie Trumbull and Johann Winkler

Authorship


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