sometimes misattributed to Adalbert Friedner (flourished 1837) and by (Carl Friedrich) Moritz Gottlieb Saphir, né Moses Saphir (1795 - 1858)

Die Rose lag im Schlummer
Language: German (Deutsch) 
Die Rose lag im Schlummer, 
  Im grünen Gemach,
Es klopften Schmetterlinge, 
  Doch wurde sie nicht wach.

Es lockte der laue Abend, 
  Sie bleibet im Haus;
Es locken gold'ne Sterne, 
  Sie tritt nicht heraus.

Es [rollt]1 der Donner oben, 
  Sie springt nicht empor;
Es [zuckt]2 der Blitz hernieder, 
  Sie hebt nicht den Flor.

Da tönt herab [vom Zweige]3 
  Ein schmerzliches Lied,
Das aus der wunden Seele 
  Der Nachtigall zieht;

Und bringet ihr ein Ständchen
  Vom Blätterbalkon,
Ein Ständchen voll von Liebe,
  Im flötenden Ton.

Da schließt das Knospenfenster 
  Die Rose still auf,
Und schaut zu dem Sänger 
  Erröthend hinauf;

Sie fühlt zum erstenmale 
  Ein Schwellen der Brust,
Sie ist zum erstenmale 
  Sich Liebe bewußt! 

D'rob freuet sich der Himmel,
  Der Rosen erschuf, 
Denn Liebe ist vom Himmel
  Der Rose Beruf! 

D'rum ziehet er ein Sternlein
  Vom Haupt sich entzückt,
Und hat damit den Busen 
  Der Rose geschmückt;

D'rum nimmt er eine Perle 
  Vom Morgenthau rein, 
Und leget sie der Rose 
  In's Herzblatt hinein.

D'rum zeugen Stern und Perle 
  Im Rosenkelch klar,
Daß Rose ist geschaffen 
   Zum Liebesaltar! --

F. Abt sets stanzas 1-4, 6
N. Gade sets stanzas 1-4, 6

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Confirmed with Humoristische Damen-Bibliothek von M. G. Saphir, Dritte Band, Wien, Druck und Verlag von Anton Mausberger; Leipzig, Magazin für Industrie und Literatur, pages 47-48.

Note: Gade's score erroneously indicates the poet as "Friedner".

1 Abt, Gade: "rollet"
2 Abt: "zucket"
3 Abt: "von den Zweigen"

Authorship

Musical settings (art songs, Lieder, mélodies, (etc.), choral pieces, and other vocal works set to this text), listed by composer (not necessarily exhaustive)


Researcher for this text: Sharon Krebs [Guest Editor]