by (Karl) Wolfgang Müller von Königswinter (1816 - 1873)
Auf, tummle dich, Hengst
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Language: German (Deutsch)
Auf, tummle dich, Hengst, Im wildesten Braus! Ich will in die Welt, In das Leben hinaus! Wer mag an die Scholle Gefesselt sein? Duftgrünende Erde, Blauer Himmel ist mein. Hochfelsige Berge, Fruchtschwellende Thale Durchstreif im hellen Goldsonnenstrahle. Ich baue kein Haus, Ich säe kein Feld; Meine Wohnung ist rings Die endlose Welt. Ich pflanze keine Rebe, Ich presse keinen Wein; Der schäumende Becher Ist mein, ist mein! Ich pflege keinen Baum, Ich erwarte keine Blüt' , Ich hasche die Frucht, Die über mir glüht. Ich freie kein Weib Zu trägem Genuß, Ich liebe vom Roß Den flüchtigen Kuß. Ich liebe den Freund Bei Schwert, Trunk und Scherz; Doch bind' ich mich nimmer: Fahr' wohl, Bruderherz! Ich will nicht die Ruh, Ich will nicht die Rast, Ich bin der Minute Schnellflüchtiger Gast. Fort, tummle dich, Hengst, Im wildesten Braus, Ich will in die Welt, In das Leben hinaus!
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View text with all available footnotesConfirmed with Junge Lieder. Von Wolfgang Müller. [von Königswinter] , Düsseldorf: J. H. C. Schreiner, 1841, pages 114 - 116.
Text Authorship:
- by (Karl) Wolfgang Müller von Königswinter (1816 - 1873), "Wilderich", appears in Dichtungen eines Rheinischen Poeten, in 1. Mein Herz ist am Rheine: Liederbuch, in 1. Junge Lieder [author's text checked 1 time against a primary source]
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Researcher for this page: Melanie Trumbull
This text was added to the website: 2017-03-06
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