by Theodor Storm (1817 - 1888)
Für meine Söhne
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Language: German (Deutsch)
Hehle nimmer mit der Wahrheit! Bringt sie Leid, nicht bringt sie Reue; Doch, weil Wahrheit eine Perle, Wirf sie auch nicht vor die Säue. Blüte edelsten Gemütes Ist die Rücksicht; doch zuzeiten Sind erfrischend wie Gewitter Goldne Rücksichtslosigkeiten. Wackrer heimatlicher Grobheit Setze deine Stirn entgegen; Artigen Leutseligkeiten Gehe schweigend aus den Wegen. Wo zum Weib du nicht die Tochter Wagen würdest zu begehren, Halte dich zu wert, um gastlich In dem Hause zu verkehren. Was du immer kannst, zu werden, Arbeit scheue nicht und Wachen; Aber hüte deine Seele Vor dem Karrieremachen. Wenn der Pöbel aller Sorte Tanzet um die goldnen Kälber, Halte fest: du hast vom Leben Doch am Ende nur dich selber.
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1 Schjelderup: "zu Zeiten"
Researcher for this text: Emily Ezust [Administrator]
1 Schjelderup: "zu Zeiten"
Text Authorship:
- by Theodor Storm (1817 - 1888), "Für meine Söhne" [author's text checked 1 time against a primary source]
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This text was added to the website: 2016-12-11
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