by (Karl) Wilhelm Osterwald (1820 - 1887)
Um Mitternacht
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Language: German (Deutsch)
Um Mitternacht
Ruht die ganze Erde nun,
Doch heimliche, stille Liebe wacht,
Sie kann nicht schlummern, nicht ruhn:
Darf sie am liebsten Herzen nicht weilen,
Muß sie auf Sturmes Flügeln eilen,
Kann nicht rasten, muß jagen und wagen,
Jauchzen und klagen,
Und sie wandert verstohlen und sacht
Um Mitternacht.
Um Mitternacht bei Mondenglanz
Schwingt lustig sich empor
Zu heimlicher Lust, zu Spiel und Tanz
Der nächtliche Geisterchor.
Nicht der Gestorbenen Schatten und Schemen,
Die um verlorene Herzen sich grämen,
Nein! die lebendige, liebende Seele
Sucht, was ihr fehle,
Sucht und findet, und jubelt und lacht
Um Mitternacht.
Um Mitternacht im heißen Traum
Hat nicht Ruhe die Seel' in mir,
Sie fliegt auf der Wolken goldenem Saum,
Will fliegen, mein Kind, zu dir:
Oft schon sind sie, die wilden Jungen,
Meine Gedanken zu dir gedrungen,
Um mir von deinem rosigen Munde
Himmlische Kunde
Küßend zu rauben, verstohlen und sacht
Um Mitternacht.
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Researcher for this page: Harry Joelson
Text Authorship:
- by (Karl) Wilhelm Osterwald (1820 - 1887), "Um Mitternacht", appears in Gedichte, in 1. Erstes Buch: Lieder, no. 24, first published 1848 [author's text checked 1 time against a primary source]
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This text was added to the website: 2010-11-14
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