Das Bild in mir
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Language: German (Deutsch)
Was steigt im Strahl der jungen Morgensonne, im Schimmer der Erinn'rung vor mir auf und gießt der Sehnsucht schmerzlich süße Wonne auf meines trüben Tages öden Lauf? Was geht mit mir durch Fluren und durch Haine, was teilt Geräusch mit mir und Einsamkeit? Was naht mir in der Sterne bleichem Scheine mit Zauberbildern der Vergangenheit? Und wenn der Schlaf mein müdes Auge grüßet, und das Getös' des Lebens mir verhallt, was schwebt auch dann noch vor mir und versüßet mir meiner Träume düstere Gestalt? Du bist's, o Bild, das tief in meiner Seele wie ein Geheimnis still und schweigend ruht, du, dem ich nicht den inner'n Schmerz verhehle, der in mir brennt mit namenloser Glut. O sei mein Schutzgeist auf der kalten Erde! Erhebe mich, wenn jede Hoffnung sinkt, und, dass mein Glaube nimmer wankend werde, sei du der Stern, der Mut ins Herz mir blinkt!
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Researcher for this page: Johann Winkler
Confirmed with Taschenbuch zum geselligen Vergnügen, Jg. 21, Leipzig, 1811. Note: the poem was later quoted with variations not shown above in Laurette Waller's novel Hortensia, Camilla, Brandenburg, 1817, p. 18f.
Text Authorship:
- by Charlotte von Ahlefeld, née von Seebach , "Das Bild in mir" [author's text checked 1 time against a primary source]
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Researcher for this page: Johann Winkler
This text was added to the website: 2021-05-23
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Word count: 147