by August Schnezler (1809 - 1853)
Im Mummelsee, im dunklen See
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Language: German (Deutsch)
Im Mummelsee, im dunklen See, Da blüh'n der Lilien viele, Sie wiegen sich, sie biegen sich, Dem losen Wind zum Spiele; Doch wenn die Nacht herniedersinkt, Der volle Mond am Himmel blinkt, Entsteigen sie dem Bade Als Jungfern am Gestade. Es bläst der Wind, es saust das Rohr Die Melodie zum Tanze, Die Lilienmädchen schlingen sich, Als wie zu einem Kranze; Und schweben leis' umher im Kreis, Gesichter weiss, Gewänder weiß Bis ihre bleichen Wangen Mit zarter Röte prangen. Es braust der Sturm, es pfeift das Rohr, Es rauscht im Tannenwalde, Die Wolken zieh'n am Monde hin, Die Schatten auf der Halde; Und auf und ab, durch's nasse Gras Dreht sich der Reigen ohne Mass, Und immer lauter schwellen An's Ufer an die Wellen. Da hebt ein Arm sich aus der Flut, Die Riesenfaust geballet Ein triefend Haupt dann, schilfbekränzt Vom langen Bart umwallet, Und eine Donnerstimme schallt, Daß im Gebirg' as widerhallt: »Zurück in eure Wogen, Ihr Lilien ungezogen!« Da stockt der Tanz, die Mädchen schrein, Und werden immer blässer: »Der Vater ruft, hu, Morgenluft! Zurück in das Gewässer!« Die Nebel steigen aus dem Tal, Es dämmert schon der Morgenstrahl, Und Lilien schwanken wieder Im Wasser auf und nieder.
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- by August Schnezler (1809 - 1853) [author's text not yet checked against a primary source]
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Researcher for this page: Lawrence Snyder
This text was added to the website between May 1995 and September 2003.
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