by Karl Ferdinand von Dräxler-Manfred (1806 - 1879)
Schwärmerei
NOTE: the footnotes have been removed from this text; return to general view
Language: German (Deutsch)
Meiner Liebe Freuden sind ein ewig Scheiden und ein banges Meiden meiner Liebe Lust. Gerne möcht' ich sagen: Endet nun, ihr Klagen, aber neue tragen muss ich in der Brust. Kaum das Glück genossen, Mund an Mund zerflossen, Herz an Herz geschlossen, trennt uns das Geschick; und mein tiefes Sehnen perlt in heißen Tränen, klagt in leisen Tönen um verlor'nes Glück. Muss denn im Entbehren und in stillen Zähren Liebe sich verklären und in tiefem Leid? Wird man ewig reißen mich aus deinen Kreisen, wird es niemals heißen: Dein in Ewigkeit? Oder trübe Zeiten sollen vorbereiten künft'gen Seligkeiten mein gebeugtes Herz? O, wie ich dann diese Qualen alle priese, denn zum Paradiese würde so der Schmerz. Ach erscheine, Stunde, heile meine Wunde, gib zum ew'gen Bunde sie, die mich beseelt! Ob ich es ertrüge, ob ich unterliege bei des Herzens Siege, weiß der Herr der Welt! Aber wenn der Einen ich mich darf vereinen, Glück, dann preis' ich deinen sel'gen Zauberstab, und wenn ich erbleiche, da ich sie erreiche, reg' ich noch als Leiche jubelnd mich im Grab.
View text with all available footnotes
Researcher for this page: Johann Winkler
Confirmed with Gedichte von C. Dräxler-Manfred, Frankfurt am Main, 1838.
Text Authorship:
- by Karl Ferdinand von Dräxler-Manfred (1806 - 1879), "Schwärmerei" [author's text checked 1 time against a primary source]
Go to the general view
Researcher for this page: Johann Winkler
This text was added to the website: 2024-12-26
Line count: 48
Word count: 179