by Adolf Bube (1802 - 1873)
Ein greiser Invalide
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Language: German (Deutsch)
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Ein greiser Invalide sass auf der Lagerstatt, wundkrank an manchem Gliede und flehte sterbensmatt: "Noch einmal moecht'ich sehen des grossen Kaisers Bild, noch einmal vor ihm stehen wie einst im Schachtgefild; dann werd'ich ohne Grauen voll Mut und Zuversicht dem Tod in's Antlitz schauen, bis mir das Auge bricht!" Er sinkt zurück vor Schwäche, sie tragen ihn zum Saal; dort glaenzt des Bildes Fläche im sanften Abendstrahl. Sie hoben ihn vom Lager, es stüzt ihn manche Hand; so steht er bleich und hager dem Kaiser zugewandt. Da träumt der Invalide sich in die Schlacht marschirt und sich aufs neu im Gliede vom Kaiser kommandiert. Sein Herz ist kampfestrunken, er ruft im Jubelton, im Blicke Siegesfunken: "Hoch! Hoch Napoleon!" Und als er so gesprochen, lallt er kein Wörtchen mehr, sein Auge ist gebrochen, sein Körper ist so schwer. Auf dem entschlaf'nen Greise spielt sanft das Abendrot; rings sprechen alle leise: "Ein schöner Heldentod!"
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- by Adolf Bube (1802 - 1873) [author's text not yet checked against a primary source]
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Research team for this page: Amelia Maria Imbarrato , Johann Winkler
This text was added to the website: 2009-04-30
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