by B. Freuler
Stilles Grab
Language: German (Deutsch)
Stilles Grab, Nimm die Thränen ab! Aller Augen müssen weinen, Alles Volk nennt ihn den Seinen! Laßt die dumpfen Schollen dröhnen, Unsrer Sehnsucht Lieder tönen Über Gruft und Moder hin, Wenn der Hoffnung Sterne ziehn Uns im Schmerz Zu Dir, theures Herz! Geist so groß! Leuchten war Dein Loos! Hehr wie unsre Berge stehen Sahn wir Dich die Bahnen gehen, Immer auf den Höhn zum Ziele, Immer über losem Spiele! In dem Mund das Schwert zur Schlacht, In der Hand der Liebe Macht, Göttliches zu thun, Wenn die Worte ruhn. Stilles Grab! Was der Tod dir gab, Ist des Schatzes blasse Scherbe -- O uns fiel ein andres Erbe! Das wirst du uns nie verschlingen, Mächtig nimmt es uns auf Schwingen! Das ist Strahl der Geisterwelt Glanz in unserm Wanderzelt, Wenn durch Kampf und Nacht Wird der Weg gemacht! Herz so gut! Hoch im Edelmuth! Allen Seufzern warst Du offen, Jede Noth hat Dich getroffen, Und die bangen Klagen kamen Hundert Mal bei Dir zusammen! Nur in Güte floß Dein Wort, Nur getröstet ging man fort, Dich bat Arm und Reich Du gabst Allen Gleich! Vaterland! Von der Alp zum Stromesstrand! Laß der Helden Hülle sinken, Ihre freien Geister winken Dir an jeder Gruft der Sorgen Zu der Auferstehung Morgen! Stehe fest auf ew'gem Grund, Knüpfe großer Männer Bund Walte treu und gut Unter Gottes Hut!
F. Kamm sets stanzas 1, 3, 5
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View text with all available footnotesConfirmed with Gottfried Heer, Landammann und Bundespräisdent Dr. J. Heer. Lebensbild eins repulickanischen Staatsmanns, Zürich: Druck und Verlag von Friedrich Schultheß, 1885, page 207.
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Researcher for this page: Sharon Krebs [Senior Associate Editor]
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