by Julius Mosen (1803 - 1867)
War noch nicht funfzehn Jahre alt
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Language: German (Deutsch)
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War noch nicht funfzehn Jahre alt, Als ich schon Nönnlein war, Die Mutter wollt' es mit Gewalt, Muß weinen immerdar, Und bin so jung, muß ganz allein Hier stehn im finstern Kämmerlein. Voll Blüten stehn die Bäume all, Die Vögel singen sehr. Es treibt ein frischer Wind manchmal Ein Blütchen zu mir her. Ich leg' es in's Gebetbuch mir, Und steh' nun doppelt traurig hier. Ach! und das Christusbild, das theilt, Das kennt nicht meinen Schmerz. Ach! und kein Gnadenmittel heilt Ein still gebrochnes Herz. Man nennet mich des Himmels Braut, Der hört und giebt nicht einen Laut. Steigt dann der Mond um Mitternacht, Da flüstert's vor dem Haus Am Gitter, ach! so bang und sacht: "Lieb' Kindlein, komm' heraus!" Im Schleier hüll' ich tief mich ein Und schluchze laut in meiner Pein.
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View text with all available footnotesConfirmed with Gedichte von Julius Mosen, Zweite, vermehrte Auflage, Leipzig: F.A. Brockhaus, 1843, pages 239-240.
Text Authorship:
- by Julius Mosen (1803 - 1867), "Die Nonne", appears in Gedichte [author's text checked 2 times against a primary source]
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Researcher for this page: Sharon Krebs [Senior Associate Editor]
This text was added to the website: 2010-10-25
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