by C. Fink
Der Räuber
Language: German (Deutsch)
Der Räuber kam gezogen nachts durch den stillen Hain und kehrte in dem Häuschen „Zum gold'nen Engel“ ein. Das Töchterlein vom Hause liegt auf der Totenbahr im weißen Sterbekleide, den Myrthenkranz im Haar. Als er der schönen Leiche ins Antlitz starr geseh'n, da sah er in dem Auge noch eine Träne steh'n. Sein Blick rollt schnell gen Himmel, dann ernst aufs Feuerrohr; er langt aus seinem Gürtel ein Kugelpaar hervor. D'rauf küsste er die Träne vom toten Auge ab; die Hand tät' er ihr reichen: „Schlaf wohl, mein Lieb, im Grab!“ Nahm Abschied von dem Häuschen, eilt in den Wald hinein; es tönt die Sterbeglocke, ein Schuss kracht durch den Hain.
Text Authorship:
Musical settings (art songs, Lieder, mélodies, (etc.), choral pieces, and other vocal works set to this text), listed by composer (not necessarily exhaustive):
- by Anton Meyer (1780 - 1854), "Der Räuber", op. 10, published 1850 [ low voice and piano ], Mainz, Schott [sung text checked 1 time]
Researcher for this page: Johann Winkler
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