LiederNet logo

CONTENTS

×
  • Home | Introduction
  • Composers (20,649)
  • Text Authors (20,489)
  • Go to a Random Text
  • What’s New
  • A Small Tour
  • FAQ & Links
  • Donors
  • DONATE

UTILITIES

  • Search Everything
  • Search by Surname
  • Search by Title or First Line
  • Search by Year
  • Search by Collection

CREDITS

  • Emily Ezust
  • Contributors (1,122)
  • Contact Information
  • Bibliography

  • Copyright Statement
  • Privacy Policy

Follow us on Facebook

by Johannes Alois Blumauer (1755 - 1798)

An die Langeweile
Language: German (Deutsch) 
Unsterbliche, geliebte Schöne,
Bei deren Lob ich itzt schon gähne,
Dich preise heute mein Gesang:
Was uns kein Aeskulap kann geben,
Gibst du uns, denn du machst das Leben
Uns bis zum Überdrusse lang.

In deinem Arm allein verweilet
Die Göttin, die so schnell sonst eilet,
Die gold'ne, ach so flücht'ge Zeit;
Und wenn du auch im Himmel wohnest,
Und dort die Sterblichen belohnest,
Wie freu'n wir uns der Ewigkeit!

Du lehrst des Lebens uns geniessen,
Zu deinen bleibeschwerten Füßen
Gähnt seufzend eine halbe Welt:
Die göttlichste aus allen Gaben,
Die Ruhe, kann Gott selbst nicht haben,
Wenn er sie nicht durch dich erhält.

Du lehrst Sultane Bilder schnitzen,
Die Damen ihre Zungen spitzen,
Und auf des Nächsten Leumund schmäh'n.
Ja, deine schönen Siegstrophäen
Kann man in allen Assembleen
An hundert off'nen Mäulern seh'n.

Der Mönch auf seinem harten Brette,
Der Abt auf seinem Pflaumenbette,
Umarmen gleich inbrünstig dich,
Und manche Prediger ereifern
Auf unsern Kanzeln bis zum Geifern
Allein für deine Ehre sich.

Du thronst auf grossen Folianten:
Ein ungeheures Heer Pedanten
Steht immerdar in deinem Sold,
Und ach, du lieber Gott! was täten
Romanenschreiber und Poeten,
Wärst du nicht auch den Schluckern hold?

Du wohnst in prächtigen Palästen,
Du präsidierst bei allen Festen,
Die man an Fürstenhöfen hält;
Und o! die Großen dieser Erde,
Was hätten sie wohl für Beschwerde,
Wärst du's nicht, was sie manchmal quält?

Von dir begeistert, weist die Schöne
Dem Stutzer ihre weißen Zähne,
Und gähnet ihn ekstatisch an:
Du hüllst dich in die reichsten Kleider,
Und nur zu oft trifft man dich, leider!
Auf schönen Mädchenlippen an.

Um deine Freundin Zeit zu töten
Erfand man zwar in grossen Städten
Spektakel, Feuerwerk und Spiel;
Allein man gähnet bei Raketen,
Bei Trauerspielen, Operetten,
So wie bei Lomber und Quadrill,

Ja selbst in diesem Augenblicke
Beweist zu meiner Leier Glücke
Sich deine grosse Macht an mir:
Denn dieses Loblied, das ich singe,
Und das ich dir zum Opfer bringe,
Sing' ich aus langer Weile dir.

Confirmed with Gedichte von Blumauer, 1. Theil, Wien, 1787.

Note for stanza 9, line 1, word 2: there is a typo in the Wölfl score ("deiner" instead of "deine".)


Text Authorship:

  • by Johannes Alois Blumauer (1755 - 1798), "An die Langeweile" [author's text checked 1 time against a primary source]

Musical settings (art songs, Lieder, mélodies, (etc.), choral pieces, and other vocal works set to this text), listed by composer (not necessarily exhaustive):

  • by Joseph Johann Baptist Wölfl (1773 - 1812), "An die Langeweile" [sung text checked 1 time]

Researcher for this page: Johann Winkler

This text was added to the website: 2026-02-11
Line count: 60
Word count: 329

Gentle Reminder

This website began in 1995 as a personal project by Emily Ezust, who has been working on it full-time without a salary since 2008. Our research has never had any government or institutional funding, so if you found the information here useful, please consider making a donation. Your help is greatly appreciated!
–Emily Ezust, Founder

Donate

We use cookies for internal analytics and to earn much-needed advertising revenue. (Did you know you can help support us by turning off ad-blockers?) To learn more, see our Privacy Policy. To learn how to opt out of cookies, please visit this site.

I acknowledge the use of cookies

Contact
Copyright
Privacy

Copyright © 2026 The LiederNet Archive

Site redesign by Shawn Thuris