by Anonymous / Unidentified Author
Nachbars Gretchen
Language: German (Deutsch)
Heimlich blick' ich und verstohlen oft des Nachbars Gretchen an, da sie mir doch unverhohlen frei ins Auge schauen kann. Ach, vor Lust möcht' ich vergehen, wenn sie freundlich nach mir sieht; dürft' ich ihr doch nur gestehen, wie's im Herzen klopft und glüht. Wenn beim Glanz der Abendröte sie im kleinen Gärtchen weilt und beim Klange meiner Flöte mich die dunkle Nacht ereilt, klag' ich oft dem Licht der Sterne die Gefühle meiner Brust, wieg' in Sehnsucht mich dann gerne, träumend hoher Liebe Lust. Ja, ich will ein Herz mir fassen, will ihr alles frei gesteh'n; sie wird darum mich nicht hassen, meine Liebe nicht verschmäh'n. Keinem Krösus wollt' ich neiden seine Schätze, Glück und Ruhm, könnt' ich stets an ihr mich weiden, wär' sie ganz mein Eigentum!
Note for stanza 3, line 7: in Häser's manuscript, this line is struck out by pencil and by another hand changed to "könnt' mich stets ihr Anblick weiden"
Text Authorship:
- by Anonymous / Unidentified Author ( von W. H...r )  [author's text not yet checked against a primary source]
Musical settings (art songs, Lieder, mélodies, (etc.), choral pieces, and other vocal works set to this text), listed by composer (not necessarily exhaustive):
- by Christian Wilhelm Häser (1781 - 1867), "Nachbars Gretchen" [sung text checked 1 time]
Researcher for this page: Johann Winkler
This text was added to the website: 2026-06-06
Line count: 24
Word count: 129