by Anonymous / Unidentified Author
Wenn man die Sterbeglocke läutet
Language: German (Deutsch)
Ertöne nur, Glöcklein! Ich kenn' deine Klage, schallt mir auch dein Trauerklang Wehmut ins Ohr. Ein Sterblicher, wimmerst du, end't seine Tage und strebt nach dem Himmel durch Leiden empor. Zur Ruhe, zur Ruhe, so hör' ich dich rufen, ein Pilger der Erde die Augen bald schließt! Schon steht seine Seel' an der Ewigkeit Stufen und will nach den Auen, wo Heil sie umfließt. O Gott des Erbarmens! Verkürz' ihm die Stunden, die schmerzvoll er jetzt mit dem Tode noch ringt! Bei dir nur ist Hilfe, kann er nur gesunden, du selbst hältst den Becher, den leidend er trinkt! Schenk' bald ihm den Frieden, nach dem er verlanget, die Freuden des Himmels im ewigen Glanz! Erbarmen uns allen! So ruf' einst: Empfanget zum Lohn der Vergeltung der Seligkeit Kranz! D'rum töne, o Glöcklein! Nicht sollst mich erschrecken, du bist ja des Lebens letzt Abendgeläut! Des Grabhügels Gräser uns alle einst decken, zum Beten nur winkst du, so lang' es noch Zeit. So will auch vertrauend die Hände ich falten und trostvoll zum Schöpfer, dem ewigen, steh'n! Von ihm ist das Leben; kann's nehmen, erhalten. Sein Wille ist heilig, mag was will gescheh'n!
Text Authorship:
- by Anonymous / Unidentified Author [author's text not yet checked against a primary source]
Musical settings (art songs, Lieder, mélodies, (etc.), choral pieces, and other vocal works set to this text), listed by composer (not necessarily exhaustive):
- by Eduard Tauwitz (1812 - 1894), "Wenn man die Sterbeglocke läutet" [sung text checked 1 time]
Researcher for this page: Johann Winkler
This text was added to the website: 2026-10-24
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