by Adolf Bube (1802 - 1873)
Greis und Baum
Language: German (Deutsch)
Es steht im schneebedeckten Raum ein blätterloser, starrer Baum, und vor ihm tief gebeugt ein Greis mit wenig Locken silberweiß. Er denkt: „Was dir der Herbst geraubt, die Blätter, so dich reich belaubt, die schmücken lieblich dich aufs Neu', kehrt mild zurück der schöne Mai. Doch was des Lebens Herbst mir stahl, die dunklen Locken ohne Zahl, der Jugend süßes Liebesglück, das bringt kein Frühling mir zurück!“ Der Greis im tiefsten Herzensweh' weint manches Tränlein in den Schnee; da dünkt es ihm, als ob der Baum hindeute nach dem Himmelsraum. Er hebt die Blicke. Trost und Ruh' winkt traulich Stern bei Stern ihm zu: „Der Winter währt nur eine Zeit, ihm folgt ein Lenz: die Ewigkeit!“
Text Authorship:
- by Adolf Bube (1802 - 1873) [author's text not yet checked against a primary source]
Musical settings (art songs, Lieder, mélodies, (etc.), choral pieces, and other vocal works set to this text), listed by composer (not necessarily exhaustive):
- by Andreas Zöllner (1811 - 1862), "Greis und Baum" [sung text checked 1 time]
Researcher for this page: Johann Winkler
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