by Gottfried Wilhelm Fink (1783 - 1846)
Frau Gertrud
Language: German (Deutsch)
Frau Gertrud saß am Fensterlein mit ihrem herzen Töchterlein und sah zum Himmel n'an, sie näht ein schneeweiß Kleidelein für ihr liebherzes Töchterlein, hat selber ein schwarzes an. Da sprach ihr krankes Töchterlein: "Ich such mir auch den Vater mein, ist denn der Himmel weit?" "Mein Herz und Kind behüt' dich Gott zum Himmel führt der blasse Tod, die Reis' ist leicht gescheh'n!" Frau Gertraud herzt ihr Töchterlein und weinet helle Tränen drein und weint bis in die Nacht; das Kindlein aber schlief und schlief und schlief so blass und schlief so tief, ist nimmermehr erwacht. Frau Gertraud blickt den Engel an und legt ihm's weiße Kleidlein an und weint zum lieben Gott. Da tät ihr schnell das Leid vergeh'n, die Reise ist gar leicht gescheh'n! Frau Gertraud lacht im Tod.
Text Authorship:
- by Gottfried Wilhelm Fink (1783 - 1846) [author's text not yet checked against a primary source]
Musical settings (art songs, Lieder, mélodies, (etc.), choral pieces, and other vocal works set to this text), listed by composer (not necessarily exhaustive):
- by Joseph (Gabriel) Rheinberger (1839 - 1901), "Frau Gertrud", JWV 145 [sung text checked 1 time]
Researcher for this page: Johann Winkler
This text was added to the website: 2026-06-15
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