by Friedrich Heinrich Oser (1820 - 1891)
Der Wanderbursche
Language: German (Deutsch)
Ein Wanderbursche ruhet Am schattigen, grünen Rain, Und schaut so trüb und traurig In's blumige Gras hinein. Und war so froh und heiter Gezogen doch von Haus, Und hatte gejauchzt und gesungen In's blühende Land hinaus! So stark war er geblieben, Als schluchzend ihm zum Pfand Die Mutter gegeben den Segen, Und ihm gedrückt die Hand. Und als ihn gefragt die Liebste: Ach, bleibst du mir treu und gut? Nur lachend hatte geküsset Er sie mit keckem Muth, Und als er mit den Gesellen Den letzten Trunk gethan, Wie hatte mit hellem Jauchzen Er noch gestoßen an! Wie kommt's nun, daß er sinnend Muß in die Ferne sehn, Und gar die hellen Thränen Ihm in den Augen stehn? Des lieben Heimathlandes Gedenkt das junge Blut: Weiß nun der muntre Bursche, Wie weh das Heimweh thut!
Confirmed with Liederbuch von Friedrich Oser, 1842-1874. Mit einem biographischen Verzeichnis der Componisten, Basel: Benno Schwabe, Verlagsbuchhandlung, 1875, pages 350-351.
Text Authorship:
- by Friedrich Heinrich Oser (1820 - 1891), "Der Wanderbursche", appears in Liederbuch, in 6. Romanzen, no. 377 [author's text checked 1 time against a primary source]
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