Ein Spielmann hat gelegen am grünen Waldessaum, da ist zu ihm getreten ein wunderschöner Traum: Drei Fräulein sind gekommen, die sprachen ihn freundlich an: „Von uns sei eine dir eigen, du fröhlicher Sängersmann. Wir heißen Glaub', Hoffnung und Liebe, kannst wählen dir eine aus, die folgt als treues Gesponse dir nach in Hof und Haus.“ Da war der Spielmann verwundert, und sprach: „Ich habe kein Haus, ihr aber sollt alle mir folgen in die weite Welt hinaus!“ „Es kann nur eine dir folgen, du lieblicher Sängersmann, d'rum eile dich und wähle dir eine zum Gespann!“ „So kann nur eine mir folgen, und kann es nur eine sein, so wähl' ich mir die Liebe, und die sei fortan mein.“ Da haben die Fräulein gesprochen: „Du wählst dir den rechten Part und lässt als lustiger Sänger nicht von der Sängerart. Wir ander'n aber beide, wir wollen auch mit dir geh'n, denn ohne Glaub' und Hoffnung kann Liebe nicht besteh'n.“
Vier Lieder
by Wilhelm Wenzel Steinhart (1819 - 1899)
1. Des Sängers Traum
Language: German (Deutsch)
Text Authorship:
- by Ernst von Bibra (1806 - 1878)
Go to the general single-text view
Researcher for this page: Johann Winkler2. Lebewohl
Language: German (Deutsch)
Es gibt ein tiefes Wort, so tief wie tiefstes Meer, so übervoll an Schmerz, an Glück so arm und leer. Es fasst wie Orgelton, wie ernster Glockenklang, so wie am off'nen Grab ein schmerzlicher Gesang, wie einer Scholle Bruch am Sarge dumpf und hohl: Lebewohl! Lebewohl! Lebewohl!
Text Authorship:
- by Feodor Franz Ludwig Löwe (1816 - 1890)
Go to the general single-text view
Researcher for this page: Johann Winkler3. Trost
Language: German (Deutsch)
Lieb' Herz, sei geduldig d'rum was dir gebricht, über's Jahr wird's schon besser, d'rum weine nur nicht. Über's Jahr wird's schon besser, und wär' es ein Trug: Zeit hast du zum Weinen noch immer genug.
Text Authorship:
- by Paul von Wangenheim (1806 - 1848)
Go to the general single-text view
Researcher for this page: Johann Winkler4. Zwei Rosen
Language: German (Deutsch)
Von meinem Lieb' verwahr' ich, O wie erinn'rungsreich! Zwei Rosen, eine purpur'n, Die and're weiß und bleich. Die rothe Rose schenkte Sie mir an jenem Tag, Als sie zum ersten Male An meinem Herzen lag. In Thränenthau erblüht Brach ich die weiße ab, Als ich auf Allerseelen Besucht' ihr stilles Grab.
Text Authorship:
- by Feodor Franz Ludwig Löwe (1816 - 1890), "Zwei Rosen"
Go to the general single-text view
Note for stanza 3, line 2, word 4: another edition of Löwe's has "zweite" instead of "weiße".
Researcher for this page: Johann WinklerTotal word count: 290