German (Deutsch) translations of Drei Lieder für Mezzo-Sopran oder Bariton mit Pianoforte, opus 8
by Karl Ludwig Friedrich Hetsch (1806 - 1872)
[Bei Nacht im Dorf]1 der Wächter rief:
Elfe!
Ein ganz kleines Elfchen im Walde schlief --
Wohl um die Elfe! --
Und meint, es rief ihm aus dem Tal
Bei seinem Namen die Nachtigall,
Oder Silpelit hätt' ihm gerufen.
Reibt sich der Elf' die Augen aus,
Begibt sich vor sein Schneckenhaus
Und ist als wie ein trunken Mann,
Sein Schläflein war nicht voll getan,
Und humpelt also tippe tapp
Durch's Haselholz in's Tal hinab,
Schlupft an der Mauer hin so dicht,
Da sitzt der Glühwurm Licht an Licht.
»Was sind das helle Fensterlein?
Da drin wird eine Hochzeit sein:
Die Kleinen sitzen bei'm Mahle,
Und treiben's in dem Saale.
Da guck' ich wohl ein wenig 'nein!«
-- Pfui, stößt den Kopf an harten Stein!
Elfe, gelt, du hast genug?
Gukuk! Gukuk!
Text Authorship:
- by Eduard Mörike (1804 - 1875), "Elfenlied"
See other settings of this text.
View text without footnotes1 Hetsch: "Des Nachts im Dorfe"; further changes may exist not shown above.
Früh, [wann]1 die Hähne kräh'n, [Eh']2 die Sternlein [verschwinden]3, Muß ich am [Herde stehn]4, Muß Feuer zünden. Schön ist der [Flammen]5 Schein, [Es]6 springen die Funken. Ich schaue so [drein]7, In Leid versunken. Plötzlich, da kommt es mir, Treuloser Knabe, Daß ich die Nacht von dir Geträumet habe. Träne auf Träne dann Stürzet hernieder; So kommt der Tag heran - O ging' er wieder!
Text Authorship:
- by Eduard Mörike (1804 - 1875), "Das verlassene Mägdlein"
See other settings of this text.
View text without footnotesConfirmed with Eduard Mörike, Gedichte, Dramatisches, Erzählendes, Zweite, erweiterte Auflage, Stuttgart: J.G. Cotta'sche Buchhandlung Nachf., 1961, pages 61-62.
1 Bock, Feyhl, Zenger: "wenn"; Senger: "eh' " (further changes may exist not noted above).2 Zenger: "Wenn"
3 Schumann, Pfitzner (SJ5), Wolf: "schwinden"
4 van Eijken, Schumann: "Heerde steh'n"
5 Goetz, Schumann, Wetzel: "Flamme"
6 Reinecke: "Hell"
7 Molitor, Reinecke, Schumann, Pfitzner (SJ5), Wolf, Zenger: "darein"
Rosenzeit! wie [schnell]1 vorbei,
Schnell vorbei
Bist du doch gegangen!
Wär' mein Lieb' nur blieben treu,
Blieben treu,
Sollte mir nicht bangen.
Um die Ernte wohlgemut,
Wohlgemut
Schnitterrinnen singen.
Aber, ach! mir [kranken]2 Blut,
[Mir kranken]2 Blut
[Will nichts]3 mehr gelingen.
Schleiche so durch's Wiesental,
So durch's Tal,
Als im Traum verloren,
Nach dem Berg, da tausendmal,
Tausendmal,
Er mir [Treu']4 geschworen.
Oben auf des Hügels Rand,
Abgewandt,
Wein' ich bei der Linde;
An dem Hut mein Rosenband,
Von seiner Hand,
Spielet in dem Winde.
Text Authorship:
- by Eduard Mörike (1804 - 1875), "Agnes", written 1831, first published 1838
See other settings of this text.
View text without footnotesConfirmed with Eduard Mörike, Gedichte, Dramatisches, Erzählendes, Zweite, erweiterte Auflage, Stuttgart: J.G. Cotta'sche Buchhandlung Nachf., 1961, page 62.
Note: the text was written for the novel Maler Nolten, in which it had the title "Refrain-Liedchen". In the 1877 version of the text, stanza 2, line 5, word 2 was "krankem" instead of "kranken".
1 Wöbbe: "bald"; further changes may exist not shown above.2 Jacques-Dalcroze: "Mit krankem"; Kahn, E. Kauffmann, and Wetzel: "Mir krankem"
3 Jacques-Dalcroze: "Will's nicht"
4 Jacques-Dalcroze: "Treue"