by Georg Christian Dieffenbach (1822 - 1901)
Das junge Stürmchen
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Language: German (Deutsch)
Herr Sturm hat auch ein lustig Kind, Das kann schon wacker laufen; Das junge Stürmchen thät man Wind Vor langer Zeit schon taufen. Jung Stürmchen ist ein starker Knab, Pausbackig sonder gleichen, Springt lustig immer auf und ab, Mag gern auf Berge steigen. Da geht ihm denn der Athem aus, Drum muß es schnaufen, blasen,-- Ihr hört's ja selbst aus eurem Haus Wie's schnauft in allen Straßen. Der Wind ist gar ein wilder Fant, Kann nichts in Frieden lassen, Und kommt er auf- und abgerannt, So muß er immer spassen. Dem springt er auf den Buckel dort, Reißt ihm den Hut herunter Und dreht ihn flink und rollt ihn fort Und pfeift dazu ganz munter. Und wenn der Mann mit großer Hast Dem Hute nach will laufen, Gar schnell er ihn am Rocke faßt, Als wollt' er ihn zerraufen. Dem fährt er lustig in den Schopf, Frisirt mit bloßen Händen; Bald rupft er hier, bald da den Tropf, Da hilft kein Drehn und Wenden! Dann packt er gar, der schlimme Wicht, Voll Sand die beiden Hände, Wirft ihn den Leuten in's Gesicht Und läuft davon behende. Bald springt er hin, der wilde Knab, Reißt ohne viel Beschwerde Die weiße Wasch vom Seil herab Und wirft sie auf die Erde. Jung Stürmchen treibt es gar nicht fein, Möcht' immer lustig spassen, Darum, wer nicht geneckt will sein, Der bleibe von den Gassen!
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Researcher for this page: Sharon Krebs [Senior Associate Editor]
Confirmed with Kinder-Lieder von G. Ch. Dieffenbach, Mainz: Verlag von C.G. Kunze, 1854, page 81-82: Note: [sic] for stanza 9 line 3 word 3.
Text Authorship:
- by Georg Christian Dieffenbach (1822 - 1901), "Das junge Stürmchen", appears in Kinder-Lieder, in 2. Lieder und Bilder aus der Natur, no. 78 [author's text checked 1 time against a primary source]
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