by Auguste Kühn (b. 1795)
Dank
Language: German (Deutsch)
Du warst mit mir, o Gott, in jenen Stunden, wo schwer die Brust vom finster'n Gram gedrückt; es hat das Herz voll brennend heißer Wunden vergebens nicht zu dir nach Trost geblickt. Du warst mit mir! Du hörtest, was ich flehte, du hieltest mich auch in des Kampfes Nacht. So sei dir jetzt im heißen Dankgebete der Seele frommes Opfer dargebracht. Du bist mit mir! Ich fühl's am stillen Frieden, der sanft auf mich von oben niedertaut. Was schaden Feinde dem, der dir hienieden mit Kindessinn und festem Mut vertraut? Ich fühle tief dein wunderbares Walten und fürchte nicht, was nah' mir oder fern, denn in des Lebens wechselnden Gestalten strahlt mir des Glaubens wandelloser Stern. O sei auch mit mir in den künft'gen Tagen, die deine Vaterhuld mir noch verleiht! Lass mich mit Demut jedes Glück ertragen und mit Ergebung jede böse Zeit. Und wird dereinst das ird'sche Dasein sinken, das letzte Glück so wie der letzte Schmerz, dann folg' ich freudig deiner Liebe Winken, und selig sinkt das Kind ans Vaterherz.
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Researcher for this page: Johann Winkler
Confirmed with Der Sammler. Ein Unterhaltungsblatt. Dienstag, 28. September 1830.
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- by Auguste Kühn (b. 1795), "Dank" [author's text checked 1 time against a primary source]
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