Vergissmeinnicht
NOTE: the footnotes have been removed from this text; return to general view
Language: German (Deutsch)
Wenn Zwei', die sich von ganzem Herzen Den ganzer Seelen zugethan, Nach kurzem Glück die langen Schmerzen Der ersten Abschiedsstunden nah'n: Da wandeln wohl im Thales Grunde Sie noch einmal im Dämmerlicht, Und leise tönt von ihrem Munde: Vergißmeinnicht! Vergißmeinnicht! Der Bach zu ihren Füßen plaudert, Der Mond steigt auf in voller Pracht, Sie möchten geh'n und jedes zaudert, Sie schreiten weinend durch die Nacht. Wie schwer ist es, das Liebste meiden, Den Arm, der kosend uns umflicht! Und ach, es muß ja sein! sie scheiden, Ihr letztes Fleh'n: Vergißmeinnicht! Nun weilt sie in der Dämmerstunde Im Thale, wo das Bächlein rinnt, Und plaudernd in dem kühlen Grunde Die alten blauen Märchen spinnt. Sie küßt ein Blümchen, das sie pflückte, Und lächelt, ob das Herz ihr bricht -- Die Tiefverhärmte, Hochbeglückte, Sie betet still: Vergißmeinnicht!
View text with all available footnotes
Researcher for this page: Melanie Trumbull
Confirmed with Die Acker- und Gartenbau-Zeitung, 30. Jahrgang, ed. by Anton G. Veith, Milwaukee: Herold Company, 9 September 1899, no. 36, page 616.
Text Authorship:
- by Ernst von der Kaltbach , "Vergißmeinnicht" [author's text checked 1 time against a primary source]
Go to the general view
Researcher for this page: Melanie Trumbull
This text was added to the website: 2020-04-10
Line count: 24
Word count: 136