by Fritz Brentano (1840 - 1914)
Am Tage Allerseelen
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Language: German (Deutsch)
Am Tage Allerseelen, da wallt es durch das Thor, Da strömt aus allen Häusern die trauernde Menge hervor. Und nach dem Friedhof ziehet hinaus der Menschenschwarm, Und lachende Kinder, sie tragen den Todtenkranz am Arm. Die Luft weht scharf da draussen, der Himmel blauet so rein, Und auf den geschmückten Gräbern, da liegt der Sonnenschein. Der Sonnenschein, der dringet wohl durch den Sand hinab Und wärmt die lieben Todten da unten im kühlen Grab. Am Tage Allerseelen bin ich so gern allein Und denke sinnend und träumend der lieben Todten mein. In stiller Dämmrungsstunde, wenn Alles schweigt umher, Ist mir, als ob ich gestorben und längst begraben wär'. Da kommen die Todten alle, die bekannten Gestalten herbei Und ziehen heimlich grüssend in luftigem Zuge vorbei. Und mich fasst es wie heiliger Schauer, zu athmen wag' ich kaum, Bis dass verweht, verklungen mein Allerseelentraum.
A. Klughardt sets stanzas 5-8
Text Authorship:
- by Fritz Brentano (1840 - 1914) [author's text not yet checked against a primary source]
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