by Karl Sigmund Freiherr von Seckendorff (1744 - 1785)
Hinunter enteilen die Stunden
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Language: German (Deutsch)
Hinunter enteilen die Stunden in tiefer Vergangenheit Schoß. An ewige Ketten gebunden reißt keine dort wieder sich los. Nicht Wünschen noch Seufzen noch Sehnen, kei himmelanflehender Blick, kein Opfer von blutigen Tränen kauft eine Minute zurück. Zwar Hoffnung der künftigen Morgen versüßet uns manchen Verlust, zerstreuet die Wolken von Sorgen und lüftet die bangende Brust. Doch Hoffnung ist immer nur Schatten. Erinnerung ziehet den Blick auf Wohlgenuss, den wir schon hatten, mit doppelter Reue zurück. So rollet denn, rollet bergunter, ihr Wogen der strömenden Zeit! Nur reißet nicht mit euch hinunter die Freuden der Liebe von heut'! Doch Hoffnung ist immer nur Schatten. Erinnerung ziehet den Blick auf Wohlgenuss, den wir schon hatten, mit doppelter Reue zurück.
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View text with all available footnotesConfirmed with Joseph Kürschner (Hrsg.), Deutsche National-Litteratur, 135. Band: Lyriker und Epiker der klassischen Periode I, Stuttgart, s. a.
Text Authorship:
- by Karl Sigmund Freiherr von Seckendorff (1744 - 1785), "Am letzten Tage des Jahres" [author's text not yet checked against a primary source]
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Researcher for this page: Johann Winkler
This text was added to the website: 2026-01-17
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