by Franz Ludwig Evarist Alexander, Graf von Pocci (1807 - 1876)
Am Morgen
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Language: German (Deutsch)
Ein alter Landsknecht steht auf der Wacht mit Flamberg und langer Lanzen; er harret wohl aus die ganze Nacht bis das Morgenrot hell wird glanzen. Da grüßt ihn der Sonne güld'ner Schein, seitab ist der Mond getreten; er spricht: Nun erheb' dich, du Herze mein, und schicke dich an, fromm zu beten. Und geht es etwan noch heut' zum Streit, stell' ich mich treu in die Reihen und denk' mir: Die Ewigkeit liegt nit weit, Gott wird mir das Rechte verleihen. Dann sitzen allhier noch im frohen Kreis wir Landsknechte, freie und treue, und singen und trinken nach uns'rer Weis', dass sich jedes Herz d'ran erfreue. Die Becher ha'n einen guten Klang, denn Frömmigkeit steht hier in Ehren; ein frommer Trunk und ein frommer Sang, die sollen der Traurigkeit wehren. Woll' uns der lieb' Herrgott helfen dazu, dass alle wir guten Mut's streiten, bis dass uns zur ewigen, seligen Ruh' die Engelein endlich geleiten.
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Researcher for this page: Johann Winkler
Confirmed with Der Landsknecht von Franz Pocci, München, 1861.
Note: the Flamberg (line 2) is a sword to be swung with both hands
Text Authorship:
- by Franz Ludwig Evarist Alexander, Graf von Pocci (1807 - 1876), "Am Morgen", appears in Der Landsknecht, first published 1861 [author's text checked 1 time against a primary source]
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