by Ludwig Heinrich Christoph Hölty (1748 - 1776)
Wer wollte sich mit Grillen plagen
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Language: German (Deutsch)
Wer wollte sich mit Grillen plagen, So lang' uns Lenz und Jugend blühn? Wer wollt' in seinen Blütentagen Die Stirn' in düstre Falten ziehn? Die Freude winkt auf allen Wegen, Die durch dies Pilgerleben gehn; Sie bringt uns selbst den Kranz entgegen, Wenn wir am Scheidewege stehn. Noch rinnt und rauscht die Wiesenquelle; Noch ist die Laube kühl und grün; Noch scheint der liebe Mond so helle, Wie er durch Adams Bäume schien! Noch macht der Saft der Purpurtraube Des Menschen krankes Herz gesund; Noch schmecket in der Abendlaube Der Kuß auf einen rothen Mund. Noch tönt der Busch voll Nachtigallen Dem Jüngling süße Fühlung zu; Noch strömt, wenn ihre Lieder schallen, Selbst in zerrißne Seelen Ruh! O, wunderschön ist Gottes Erde; Und werth, darauf vergnügt zu sein! Drum will ich, bis ich Asche werde, Mich dieser schönen Erde freun!
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View text with all available footnotesConfirmed with M. W. Götzinger's Deutsche Dichter, Fünfte Auflage, Erster Band, Aarau, Druck und Verlag von H. Sauerländer, 1876, page 219. First published in Musenalmanach (Hamburger), 1777
Text Authorship:
- by Ludwig Heinrich Christoph Hölty (1748 - 1776), "Aufmunterung zur Freude", written 1776, first published 1777 [author's text checked 1 time against a primary source]
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