by Christian Schreiber (1781 - 1857)
Tief unten im einsamen Thale
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Language: German (Deutsch)
Tief unten im einsamen Thale Da trauert mein schmachtender Blick; Da ruf' ich der schöneren Tage Verlohrene Freuden zurück. Und schaue hinan zu dem Hügel, Vom Hauche des Abends so mild -- Ein heiliges inniges Sehnen Mir ahnend den Busen erfüllt. Es tönt mir im Wehen des Windes Des Liebenden Klage nicht mehr -- Nicht weidet die irrende Heerde Am Hange des Hügels daher. Und einsam, still und verlassen, Ach! denk' ich der holden Gestalt; Es schweigen die Saiten der Harfe, Ihr zärtliches Flüstern verhallt. Ein Kranz von stillen Zypressen Die dunklen Locken mir schmückt -- Ach, alles muß ich vergessen, Was einst mein Herz beglückt. Denn weit in die Ferne gegangen, Da wandelt sein irrender Fuß, Da reicht nicht hin mein Verlangen, Er hört nicht der Liebenden Gruß. Vergebens auf flüchtiger Welle Zu ihm mein Sehnen flieht! -- Lebt wohl, ihr Fluren und Thäler, Von dannen die Schäferin zieht!
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View text with all available footnotesConfirmed with Gedichte von Christian Schreiber, Berlin, bei Heinrich Frölich, 1805, pages 238-239.
Text Authorship:
- by Christian Schreiber (1781 - 1857), "Klage der Schäferin", subtitle: "(Auf Veranlassung des Göthe'schen Liedes: Da droben auf jenem Berge)", appears in Gedichte, first published 1805 [author's text checked 1 time against a primary source]
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This text was added to the website: 2012-04-09
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