by (Georg Philip Ludwig) Leonhard Wächter (1762 - 1837), as Veit Weber
Schlacht bei Murten
Language: German (Deutsch)
Die Zeitung flog von Land zu Land, Vor Murten liegt Burgund! Und jeder eilt, fürs Vaterland Zu streiten mit Burgund. Im Feld vor einem grünen Wald Rief Knecht und Reitersmann, Laut rief von Lothringen Renald: "Wir wollen vorne dran." "Die Führer hielten kurzen Rath, Doch dünkt er uns zu lang; Wann endigt sich der lange Rath, Ist ihnen etwa bang? Schon steht die Sonn am Himmel hoch, Nicht träg im blauen Zelt, Und wir verziehen immer noch, Zu hauen in dem Feld! Zwar furchtbar knallte Karls Geschütz, Man gab darum nicht viel; Man achtete nicht in der Hitz, Ob der und jener fiel. Im weiten Kreise blitzt das Schwert, Auslangt der lange Spieß; Blut dürstete das breite Schwert, Blut trank der lange Spieß. Der Welsche kämpfte kurze Zeit, Der Knecht und Ritter lief; Das weite Feld ward überstreut Mit Speeren Kniees tief. Der floh zum Strauch -- der floh zum Hain Vorm hellen Sonnenlicht, Viel sprangen in die See hinein, Und dürsteten doch nicht. Sie schwammen wie der Enten Schaar Im Wasser hin und her, Als wär es wilder Entenschaar Schoß man sie im Geröhr. Auf Schiffen fuhr man in den See, Schlug sie mit Rudern todt. Das Waidwort war nur Ach und Weh, Die grüne See ward roth. Viel klommen auf die Bäume hoch, Die schoß man wie die Krähn; Die Fittich sehlten ihnen noch, Sie mocht der Wind nicht wehn. Zwo Meilen lang bedeckte sich Das Land mit Tod und Blut, Das Land, der Strauch, die Rose glich Dem schwarzen Menschenblut. Den Bergen war die Sonne nah, Die uns den Sieg gebracht; Die Welschen, die man leben sah, Die dankten es der Nacht. Ein Lager einem Marktplaß gleich Kam in der Schweizer Hand. Karl machte schnell den Bettler reich, Im armen Schweizerland. Schachzabel ist ein Königsspiel, Jetzt spielt's der Eidgenoß, Er nahm ihm seiner Fenden viel, Die Seite stand ihm bloß. Die Rochen halfen ihm nicht viel, Die Rosse litten Noth; Er wende sich, wohin er will Schachmatt ist ihm gedroht." Der hatte selbst die Hand am Schwert, Der diesen Reim gemacht; Bis Abends mäht er mit dem Schwert Des Nachts sang er die Schlacht. Er schwang die Saiten und das Schwert, Ein Fiedler und Soldat, Den Herren und den Mädchen werth, Dem Tänzer und Prälat. Die mich gebar, das gute Weib, Sie küßte mich, und Veit Heiß Veit, so sprach das gute Weib! Veit heiß ich immerseit.
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Confirmed with Des Knaben Wunderhorn. Alte deutsche Lieder gesammelt von L. Achim v. Arnim und Clemens Brentano, Erster Band, Berlin: G. Grote'sche Verlagsbuchhandlung, 1873, pages 94-96.
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- by (Georg Philip Ludwig) Leonhard Wächter (1762 - 1837), as Veit Weber, "Schlacht bei Murten" [author's text checked 1 time against a primary source]
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