by Eduard Mörike (1804 - 1875)
Zwei Liebchen
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Language: German (Deutsch)
Our translations: FRE
Ein Schifflein auf der Donau schwamm,
Drin saßen Braut und Bräutigam,
Er hüben und sie drüben.
Sie sprach: Herzliebster, sage mir,
Zum Angebind was geb ich dir?
Sie streift zurück ihr Aermelein,
Sie greift in's Wasser frisch hinein.
Der Knabe, der thät gleich also,
Und scherzt mit ihr und lacht so froh.
Ach, schöne Frau Done, geb' sie mir
Für meinen Schatz eine hübsche Zier!
Sie zog heraus ein schönes Schwert,
Der Knab' hätt' lang so eins begehrt.
Der Knab', was hält er in der Hand?
Milchweiß ein köstlich Perlenband.
Er legt's ihr um ihr schwarzes Haar,
Sie sah wie eine Fürstin gar.
Ach, schöne Frau Done, geb' sie mir
Für meinen Schatz eine hübsche Zier!
Sie langt hinein zum andern Mal,
Faßt einen Helm von lichtem Stahl.
Der Knab' vor Freud' entsezt sich schier,
Fischt ihr einen goldnen Kamm dafür.
Zum Dritten sie in's Wasser griff:
Ach weh! da fällt sie aus dem Schiff.
Er springt ihr nach, er faßt sie keck,
Frau Done reißt sie Beide weg;
Frau Done hat ihr Schmuck gereut,
Das büßt der Jüngling und die Maid.
Das Schifflein leer hinunterwallt;
Die Sonne sinkt hinter die Berge bald.
Und als der Mond am Himmel stand,
Die Liebchen schwimmen tot ans Land,
Er hüben und sie drüben.
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Text Authorship:
- by Eduard Mörike (1804 - 1875), "Zwei Liebchen", appears in Schiffer- und Nixen-Mährchen, no. 3 [author's text checked 1 time against a primary source]
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