by Robert Reinick (1805 - 1852)
Der Strom
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Language: German (Deutsch)
Tief in waldgrüner Nacht ist ein Bächlein erwacht, kommt von Halde zu Halde gesprungen, und die Blumen, sie stehn ganz verwundert und sehn in die Augen dem lustigen Jungen. Und sie bitten: "Bleib hier in dem stillen Revier!" Wie sie drängen, den Weg ihm zu hindern! Doch er küßt sie im Flug, und mit neckischem Zug ist entschlüpft er den lieblichen Kindern. Und nun springt er hinaus aus dem stillgrünen Haus: "O du weite, du strahlende Ferne! Dir gehör' ich, o Welt!" Und er dünkt sich ein Held, und ihm leuchten die Augen wie Sterne. "Gebt mir Taten zu tun! Darf nicht rasten, nicht ruhn, soll der Vater, der Alte, mich loben!" Hoch zum Flusse geschwellt, von dem Fels in die Welt braust er nieder mit freudigem Toben. "Gebt mir Taten zu tun, kann nicht rasten, nicht ruhn!" Und schon hört man die Hämmer ihn schmettern; und vorbei an dem Riff trägt er sicher das Schiff in dem Kampfe mit Sturm und mit Wettern. Immer voller die Lust, immer weiter die Brust! Und er wächst zum gewaltigen Strome. Zwischen rankendem Wein schauen Dörfer darein und die Städt' und die Burgen und Dome. Und er kommt an das Meer; hell leuchtet es her, wie verklärt von göttlichem Walten. Welch ein Rauschen im Wind? "Du mein Vater!" -- "Mein Kind!" Und er ruht in den Armen des Alten.
J. Rheinberger sets stanzas 1-4, 6-7
Text Authorship:
- by Robert Reinick (1805 - 1852), "Der Strom" [author's text checked 1 time against a primary source]
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