by Otto von Turne ( flourished c. 1275 )
Minnelied
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Language: German (Deutsch)
Our translations: ENG
Ich unternahm's, den Falken gleich, Die, kraft verweg'ner edler Art, Aufschweben zu der Sonne. Ich wagte hohen Flug zu Euch, Ihr, schönes Bild, wie kein's noch ward, Ihr, meiner Augen Wonne. Euch laßt mich seh'n, und immer sehen! Ja, schritt ein Kaiser stolz heran, Er müßte knieend Liebe flehen. Wohl mir! -- Durch stetes Anschau'n ganz An Eure Glorie gewöhnt, Frohlock' ich im Gemüthe; Denn Euer himmlischreiner Glanz, Nach dem sich mein Gedanke sehnt, Verkündet Weibesgüte. Das ich seit allen meinen Tagen Kein Lieb so tadellos erfand, Muß ich bei Pflicht und Eide sagen. O fänd' ich gnadenreichen Muth, Ich riefe, süßer Hoffnung voll: "Ihr seid mein Wunsch, mein Leben! "Lohnt Minnedienst und Minnegluth!" -- Ach, wenn ich Gnade suchen soll, Muß ich verstummen, beben. Doch Eines habt Ihr längst erfahren: In Geist' und Herzen pfleg' ich Euch, Hold oder unhold, treu zu wahren.
J. Grimm sets stanzas 1, 3
Confirmed with O.L.B. Wolff (editor), Poetischer Hausschatz des deutschen Volkes, Siebente Auflage, Leipzig: Druck und Verlag von Otto Wigand, 1845, page 52.
Text Authorship:
- by Otto von Turne ( flourished c. 1275 ), "Minnelied" [author's text checked 1 time against a primary source]
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Researcher for this page: Sharon Krebs [Senior Associate Editor]
This text was added to the website: 2009-08-25
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