by Julius Wolff (1834 - 1910)
Frühlingsnacht
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Language: German (Deutsch)
Hörst du die Nachtigall? es strömt und quillet Aus ihrer Brust ein schmelzender Gesang, Die Liebe locket, tiefe Sehnsucht schwillet, Und Hoffnung wiegt sich in des Liedes Klang. Durch lauten Jubel zittert leise Klage, Denn ich verstehe wohl der Stimme Schall, Es ist die Antwort auf die bange Frage, Du sollst mich lieben, sagt die Nachtigall. Warm ist die Frühlingsnacht, die Knospen brechen, Mit jungem Grün umspinnt sich Baum und Strauch, Mit ihren Düften möchten Blumen sprechen, Und durch die Blätter geht ein Flüsterhauch. Es webt und schwebt ein Kommen und ein Werden, Es treibt und drängt im Stillen überall, Es regt sich jede Kraft, -- das ist auf Erden Die Zeit der Wonnen, sagt die Nachtigall. Ist dir nicht selbst zu Muth im holden Neigen, Hell aufzujauchzen und mit Lust zu blühn? Das Herz ist voll, wenn auch die Lippen schweigen, Du fühlst doch deine ganze Seele glühn. Die Augen glänzen dir im Mondenscheine, O höre doch der süßen Töne Schwall! Horch, wie es wirbt und fleht! du einzig Eine, Du wärst mein eigen, sagt die Nachtigall.
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Confirmed with Julius Wolff, Singuf. Rattenfängerlieder, Dritte vermehrte Auflage, Berlin: G. Grote'sche Verlagsbuchhandlung, 1883, page 79.
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- by Julius Wolff (1834 - 1910), "Frühlingsnacht", appears in Singuf: Rattenfängerlieder, first published 1881 [author's text checked 2 times against a primary source]
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