by Julius Wolff (1834 - 1910)
Itzt hört ein neues Liedlein an
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Language: German (Deutsch)
Itzt hört ein neues Liedlein an, Gar eine frumme Weise, Und wenn's nicht stehn und gehen kann, So dreht es sich im Kreise. Voll loser Lieb' und festem Haß Klopft mir das Herz im Leibe Wie junger Wein im alten Faß, Dem ich die Bände treibe Um und um Frumm und krumm, Sitzt du gut, so bleibe! Und wollet ihr mich recht verstehn, Hab' ich seit Menschendenken Noch Keinen gehn und kommen sehn So gerne wie den Schenken. Denn wenn er geht, so holt er was Wie eine Wien' im Fluge, Und wenn er kommt, so bringt er das, Was plätschert in dem Kruge Um und um Frumm und krumm, Bleibt nur hübsch im Zuge! Den Filzhut werf' ich in die Luft, Kann auch die Schuh' entbehren, Wie Schmetterling vom Blumenduft Will ich von dem mich nähren. Schau' ich ihn an, schaut er mich an: Duzbruder, wie magst heißen? Und wenn ich dich nicht schneiden kann, So kann ich doch dich beißen Um und um Frumm und krumin, Rothen oder Weißen. Und fragt ihr mich um Lieb' und Haß, So bin ich balde schlüssig, Ich bin nun mal verliebt ins Nah Was feucht ist und was flüssig. Wer mich im Trocknen sitzen läßt, Verdurstet und verklommen, Potz Pestilenz und nochmal Pest! Es soll ihm schlecht bekommen Um und um Frumm und krumm, Bächlein, komm geschwommen!
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- by Julius Wolff (1834 - 1910), no title, appears in Tannhäuser: ein Minnesang [author's text checked 1 time against a primary source]
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Researcher for this text: Emily Ezust [Administrator]
This text was added to the website: 2011-08-03
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