by Friedrich Heinrich Oser (1820 - 1891)
Ein Fund
Language: German (Deutsch)
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Um's offne Grab stellt sich der Kreis, Ein junges Leben liegt im Schreine; Kein Auge, das nicht brennend heiß Des Scheidens helle Zähren weine! Und Einer aus der dichten Schaar Bückt plötzlich hastig sich zur Erde, Ein starker Mann mit dunkelm Haar, Gar tiefes Weh in der Geberde. Was wühlt im feuchten Modergrund Die Hand mit zitterndem Verlangen? Von Gold ist's wohl ein reicher Fund, Daran die Augen gierig hangen? -- Ein werthlos Ringlein hebt er auf, Tief seufzend, aus der Todtenasche, -- Zwei große Thränen fallen drauf -- Und birgt ihn sorgsam in der Tasche. Und zu dem Nachbarn flüstert er, Der stumm nach ihm die Blicke lenket: "Hier -- dreißig Jahre sind es her -- Ward meine Mutter eingesenket!"
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Confirmed with the anthology Alpenrosen auf das Jahr 1851, Aarau und Thun: J. J. Christen, 1851, page 119.
Confirmed with Liederbuch von Friedrich Oser, 1842-1874. Mit einem biographischen Verzeichnis der Componisten, Basel: Benno Schwabe, Verlagsbuchhandlung, 1875, page 361-362.
Text Authorship:
- by Friedrich Heinrich Oser (1820 - 1891), "Ein Fund ", appears in Liederbuch, in 6. Romanzen, no. 385 [author's text checked 1 time against a primary source]
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