by Viktor Klemperer (1881 - 1960)
Trinkt aus, ihr zechtet zum letzenmal
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Language: German (Deutsch)
Trinkt aus, ihr zechtet zum letzenmal, Nun gilt es Sturm zu laufen; Wir stehn zuvorderst aus freier Wahl, Wir sind der verlorne Haufen. Wer länger nicht mehr wandern mag, Wes Füße schwer geworden, Wem zu grell das Licht, wem zu laut der Tag, Der tritt in unsern Orden. Trinkt aus, schon färbt sich der Osten fahl, Gleich werden die Büchsen singen, Und blinkt der erste Morgenstrahl, So will ich mein Fähnlein schwingen. Und wenn die Sonne im Mittag steht, So wird die Bresche gelegt sein; Und wenn die Sonne zur Rüste geht, Wird die Mauer vom Boden gefegt sein. Und wenn die Nacht sich niedersenkt, Sie raffe den Schleier zusammen, Daß sich kein Funke drein verfängt Von den lodernden Siegesflammen! -- -- Nun vollendet der Mond den stillen Lauf, Wir sehen ihn nicht verbleichen. Kühl zieht ein neuer Morgen herauf -- Dann sammeln sie unsere Leichen.
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View text with all available footnotesConfirmed with Neuer deutscher Balladenschatz & Sonderheft der "Woche", August Scherl, Berlin, 1906, page 59.
Text Authorship:
- by Viktor Klemperer (1881 - 1960), "Der verlorene Haufen" [author's text checked 1 time against a primary source]
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Researcher for this text: Emily Ezust [Administrator]
This text was added to the website between May 1995 and September 2003.
Line count: 24
Word count: 149