by Ernst Curtius (1814 - 1896)
Des Königs Auszug
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Language: German (Deutsch)
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Wie zog der König an den Rhein? Lockt' ihn der Schlachten Feuerschein? Zog er hinaus zu Kampf und Blut Mit hartem Sinn und wildem Muth? O nein, ich sah sein Auge naß, -- Das war nicht Kampfbegier, nicht Haß --, Er dacht' an jedes Landeskind, Deß rothes Blut zu Boden rinnt; Ihm ging schon durch sein ahnend Herz Der Gattin und der Mutter Schmerz, Die Kranken sah er matt und blaß, Drum war des Königs Auge naß. Wie zog der König in den Krieg? Wähnt' er so leicht den blut'gen Sieg? Verließ er sich auf Mann und Roß, Und seines Donnerrohrs Geschoß? O nein, er baute nicht allein Auf sich und seine Kriegerreih'n, Er beugte wohl sein greises Haupt, Mit frischem Lorbeer dicht umlaubt, Von allem Uebermuthe fern Demüthig vor dem Herrn der Herr'n Und wollte nur aus seiner Hand Den Sieg für unser Vaterland. So zog der König aus Berlin, Drum hat ihm Gott den Sieg verlieh'n, Und seiner Feinde stolze Macht Vor seinem Schwert zu Fall gebracht. Und wie er ging, kehrt er zurück, Sein thränenreiches Siegerglück Verknüpfe neu mit heil'gem Band Den König und das Vaterland. So kehr' er aus dem blut'gen Feld Von Gott beschützt, der theure Held, Wenn er sein Werk vollendet hat, Zurück in seine treue Stadt!
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Researcher for this page: Sharon Krebs [Senior Associate Editor]
Confirmed with Monatsblätter für innere Zeitgeschichte. Studien der deutschen Gegenwart für den socialen und religösen Frieden der Zukunft, herausgegeben von Dr. Heinrich Gelzer, Fünfunddreißigster Band (Januar bis Juni 1870), page 138
Text Authorship:
- by Ernst Curtius (1814 - 1896), "Des Königs Auszug" [author's text checked 1 time against a primary source]
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