by (Michael Julius) Otto Engelhardt (1847 - 1927)
Abenddämmerung
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Language: German (Deutsch)
Jüngst in der Dämm'rung fuhr ich An einem See entlang, Laut durch die öde Stille Tönt eines Hornes Klang. Da war's mir, als entfliege Dem See ein holdes Weib Mit langen, goldnen Strähnen Und schlankem Schwanenleib. Es hub nun an zu singen Ein Lied so wundervoll, Daß mir dabei die Seele In süßem Schauer schwoll. Ein wunderseltsam Sehnen Durch ihre Tiefen ging, Und sieh'! an meiner Wimper Eine heiße Thräne hing. Ich sah die Nixe winken Nach mir noch lange Zeit. Mein Sinnen war verloren In die Vergangenheit. Ich träumt' noch einmal wieder Zerronn'nen Liebestraum. Das Horn war längst verklungen -- Ich aber merkt es kaum.
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Researcher for this page: Melanie Trumbull
Confirmed with Über Land und Meer: allgemeine illustrierte Zeitung. 42. Band; einundzwanzigster Jahrgang, zweiter Band, ed. by Ernst Schubert, Stuttgart und Leipzig: Deutsche Verlags-Anstalt, 1879, page 1008. Appears in issue no. 51, in Dichterstimmen aus der Gegenwart.
Text Authorship:
- by (Michael Julius) Otto Engelhardt (1847 - 1927), "Abenddämmerung" [author's text checked 1 time against a primary source]
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